Oliver Schneiss
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Oliver Schneiß

Gitarrist und Gitarrenlehrer

Nach zwei Jahren mit meiner ziemlich schlechten Hopf E-Gitarre und einem noch schlechteren Marlboro Gitarren-Amp musste endlich mal ordentliches Equipment her!Als erstes wurde der Verstärker durch einen recht großen Pearl-Amp ersetzt, der zwar immer noch beschissen klang, aber mit Hilfe eines DOD-Verzerrers einigermaßen aufgepäppelt werden konnte. 1985 hatte ich während der kompletten Sommerferien in der hiesigen Chemiefabrik gejobt und konnte mir nun auch eine amtliche Axt leisten. Mit meinem Freund und Schlagzeuger Hermann Kochendörfer fuhr ich also nach Koblenz ins Prosound, wo es mir eine Hamer Scarab angetan hatte. Ich nahm diese wunderbare Heavy Metal Gitarre …

… für ca. 2150,- DM mit nach Hause, wo ich vortan wie verrückt übte. 14 Tage später geschah das Unfassbare: während einer Probepause fiel mein Gitarrenständer inkl. Instrument wie von Geisterhand geführt um, worauf der Gitarrenhals oben am Kopf durchbrach. Ihr könnt euch vorstellen, wie ferig ich war …Zum Glück haftete die Versicherung (sie behielt das Instrument selbstverständlich ein), so dass ich nach einigen Monaten wieder nachrüsten konnte. Zwischenzeitlich bekam ich eine Gibson Les Paul und eine Fender Stratocaster geliehen! Ich hab‘ keine Ahnung, wie der Besitzer Willy Ring (ehemaliger Bandkollege von Hermanns früherer Band TERRA) solche Instrumente verleihen konnte … ICH würde das keinesfalls tun!!!Jedenfalls nahm ich das Geld und splittete es zugunsten dieser schönen Hamer Blitz (verkaufte ich 1988 wieder)…

… sowie einiger Bodenpedale wie BOSS Digital Delay, BOSS Phaser, Dunlop Cry Babay, T.C. Electronics Booster auf. In 1986 gingen SÄMTLICHE Schulferien für die hier abgebildete

Hamer Chaparral

Baujahr 1986Floyd Rose Tremolo und OBL Pick-UpsJeder P.U. lässt sich einzeln an, aus oder „out of phase“ schalten.


… drauf! 3250,-DM waren für einen Schüler schon eine Stange Geld … Endlich hatte ich eine Spitzengitarre sowie einen amtlichen Marshall Combo und die Post konnte abgehen. Diese Gitarre habe ich dann wirklich über einige Jahre exzessiv in meinen Bands Fluchtpunkt und BAXX gespielt, bevor mir eine gewisse Gibson Les Paul ins Auge stach, für die ich dann u.a. auch die Hamer Blitz verkaufte, aber das ist dann wieder eine andere Geschichte … Gerade letzte Woche machte ich die Gitarre mal wieder fit, um sie während der kommenden Saison mit MARIUS zu spielen. Es ist mittlerweile ca. 12 Jahre her, seit ich sie zuletzt bei Proben oder Auftritten spielte. Sie hat es einfach „verdient“, mal wieder neu besaitet, geölt und ordentlich gerockt zu werden!;-))Allerdings werde ich demnächst auch noch mal den Gitarrenbauer dran schicken! – Die Bünde müssen zum zweiten Mal ersetzt werden, weil sich doch einige Kerben durch vieles Spielen und manchmal auch zu heftiges Saitendrücken bildeten. Außerdem werde ich das freischwebende Floyd Rose Tremolo mit Hilfe eines unterlegten Holzblocks sperren lassen, so dass sich die Gitarre bei einem Saitenriss nicht mehr so sehr verstimmt. Und evtl. spendiere ich ihr auch noch einen D-Tuner zum schnellen Umstimmen der tiefen E-Saite nach D!

Update vom 23.07.2007:

– Das Tremolo ist mittlerweile gesperrt. Ein Holzblock wurde allerdings nicht verwendet, sondern die Backbox (kleine Konstruktion aus einer Feder + Schraube, das den Tremoloblock sowieso etwas sichert) wurde total festgesetzt. Besser kann ich es leider nicht beschreiben. Jedenfalls darf jetzt auch mal eine Saite reißen, ohne dass die Gitarre komplett verstimmt ist. Lieber wäre mir allerdings, wenn ich das Floyd Rose komplett raus schmeißen könnte. Mal sehen, ob sich da noch was machen lässt …- Außerdem hat der Gitarrenbauer den Sattel samt Schrauben zum Befestigen der Saiten durch einen Graphitsattel ersetzt. Knochen gibt es nicht in schwarz, deshalb Graphit. Vorher mussten die Löcher im Gitarrenhals (der ganze Sattel war mit 2 Schrauben am Hals-Kopfübergang angesetzt) geschlossen werden und zuletzt kam auch noch etwas Ebenholz zum Einsatz, um einige Spuren zu beseitigen. Ich muss wohl mal ein Foto nachreichen, um das Ergebnis zu zeigen. Demnächst …! ;-))

– Am Steg sitzt nun ein Seymour Duncan Jeff Beck Tonabnehmer, der einen richtig schönen, fetten Sound macht, ohne breiig rüber zu kommen.

Insgesamt haben sich die Umbaumaßnahmen gelohnt! Das Tremolo arbeitet bei gemäßigter Nutzung (so, wie man Fender Tremolos einsetzt) nahezu verstimmungsfrei, und der Graphitsattel sowie der neue Pickup tragen ihren Teil dazu bei, dass mir die Gitarre jetzt wieder richtig gut gefällt.